Naturschutz durch Jäger

über Biotopflächen für Niederwild

Archiv: Juli 2019

Hummeln am Natternkopf – so muss das!

Mitte Juli – ein einziges Blütenmeer auf der Biotopfläche. Insekten satt und auch jede Menge Hummeln leben in und ernähren sich von einer Vielzahl einheimischer Wildkräuter.

Hummeln saugen Nektar am blühenden Natternkopf

Die im Vorjahr in Teilen neu angelegte Biotopfläche aus einheimischen Wildkräutern bietet allerlei Insekten die Vielfalt, die jede Art jeweils unterschiedlich für sich braucht und dort auf ein Mal findet. Jede Vogelmama findet dort dann auch an kühlen Tagen genügend Futter aus tierischem Eiweiß für ihre eigenen Küken.

Die Insekten, Vögel aber auch Säuger wie Hase und Feldhamster finden in der ansonsten ausgeräumten Landschaft mit industrieller Landwirtschaft einen Rückzugsraum, wenn die Mähdrescher rollen. Ringsum ist innerhalb weniger Wochen alles kahl. Da die Biotopflächen nur alle paar Jahre neu angelegt werden, wird in der Zwischenzeit der Boden nicht bearbeitet, so dass die Tiere und Pflanzen, die darin überwintern nicht gestört werde. Gerade Spinnen und Laufkäfer profitieren davon und erreichen hohe Stückzahlen.

bunte Blütenvielfalt auf einer Biotopfläche mit einheimischen Wildkräutern

Da die verschiedenen Kräuter zu ganz unterschiedlichen Zeiten blühen, ist von März bis November immer ein anderer Mischungspartner aktiv und die letzten Blüten sterben erst im Frost. Und selbst dann bleibt der Aufwuchs als Deckung über Winter stehen, bietet Deckung und manche der Insekten ziehen sich in hohle Stängel zurück.

Eine Pflege erfolgt entweder kurz nachdem die Samen gekeimt sind, falls die unerwünschten Ackerkratzdisteln schneller sind, oder sonst im zeitigen Frühjahr, wenn der Wiederaustrieb startet. So bleibt die Funktion im Winter erhalten und die Phase der kahlen Fläche ist nur kurz. Man muss ja auch weder die komplette Fläche platt machen noch bodentief runtermulchen!

Die so hoch gepriesenen einjährigen Blühmischungen mit Phacelia und Sonnenblumen sind zwar schön anzusehen und bringen auch Nektar, solange sie blühen aber seht selbst, wie so ein Feld danach aussieht:

abgeblühte Phacelia bietet keinen Nektar mehr

Praktisches Niederwild Hegeseminar – Sonntag, 21. Juli 2019

Wildkräuter-Biotopflächen anlegen, Beton-Wipprohrfallen aufbauen, Fütterungen und Tränken für Feldvögel anlegen

Biene auf Blüte
Biene auf Blüte. Foto: Axel Seidemann

Zusammen mit den Jagdschein-Anwärtern aus der Jagdschule Darmstadt werden wir einen Tag im reinen Niederwildrevier verbringen.

Gabsheim 9 – 18 Uhr

Themen: Flächen beschaffen, Biotope anlegen, verschiedene Wildkräutermischungen, Miscanthus, EU-Agrarregeln und die Ökologischen Vorrangflächen, Naturschutz-Ausgleichsflächen. Durch den vor Ort Vergleich wird jeder selbst sehen und verstehen, was hilft und was kontraproduktiv ist.

Durch über 18 Hektar mehrjährige Blühflächen findet das Insektensterben woanders statt! In Zusammenarbeit und auch auf Flächen der örtlichen Landwirte wurden etliche Säcke mit den unterschiedlichsten Mischungen ausgesät.

Da es bisher keine erfolgreichen Offenland-Artenschutzgebiete ohne aktives und intensives Prädatorenmanagement gibt werden wir zusammen eine Beton-Wipprohrfalle aufbauen und in Betrieb nehmen. Diese Art Falle ist das modernste, was zur Verfügung steht und fängt auch Altfüchse, die am schwersten zu überlistende Art von allen zu fangenden Spezies.

Der gesamte Tag steht unter dem Aspekt des eigenen praktischen Erlebens zum konkreten Nachmachen im eigenen Wirkungskreis. Auch für Noch-Nicht-Jagdscheininhaber geeignet!

Seminarbeitrag: 60,- Euro

Zur Anmeldung oder bei Fragen schreiben Sie bitte eine Mail an: Seidemann (at) jagdschule-frankfurt.de

Krähenjagd-Seminar

Rabenkrähen mit dem freundlichen Lockbild überlisten – Lehrgang am Samstag, 24. August 2019, in Darmstadt

Krähen Lockbild
Krähen Lockbild

Aus dem Schirm und mit Tarnklamotten früh morgens auf Rabenkrähen am freundlichen Lockbild zu jagen – das hat sich in den vergangenen Jahren als effektivste Form der Krähenjagd etabliert. Überall gibt es Tarnzelte und Lockkrähen zu kaufen, jeder verspricht schnelle Erfolge.

Die intelligenten Rabenkrähen lernen aber sehr schnell, dass aus eckigen Kästen die Flinten sprechen und wenn sie mal beschossen wurden, meiden sie sehr schnell die herkömmlichen Schützenstände. Ein Dilettant im Umkreis kann schon die Jagd seiner Nachbarn zunichte machen.

Der Referent betreibt seit Jahren intensiv die Jagd auf die schwarzen Gesellen. Er ist einer der Betreiber der Webseite Krähenjagd.eu. Die gesammelten und ausführlich erprobten Methoden werden hier gezeigt und die Vor- und Nachteile erörtert.

Krähenlocker
unterschiedliche Krähenlocker

In diesem Intensivseminar geht es um die Verstecke, sogenannte blinds. Diese werden so gebaut, dass weder Mensch noch Krähe sie erkennen. Der vollständigen Stand wird in die Botanik integriert. Es geht um die passenden Standorte, die unterschiedlichsten Netze die perfekten Lockkrähen, beflockt oder besockt und deren Behandlung, unterschiedlichste Locker und deren Einsatz, Waffen, Munition und nicht zuletzt die Wichtigkeit der Wächterkrähe. Und warum ein Krähenmagnet kontraproduktiv ist.

Krähentarnnetze
Krähentarnnetze

Rabenkrähen zählen zu den Prädatoren, die je nach Art und Stadium der Beutetiere auch relevant Einfluß auf deren Zuwachs haben können. Sie fressen Eier, betreiben damit auch Vorratshaltung, schnappen sich Küken, kriechen bis in Kaninchensetzröhren hinein und sobald sie einen Junghasen sehen ist dieser fällig.

Junghasen in Wintergerste
Frisch gesetze Junghasen in Wintergerste. Noch naß und blutig von der Geburt, saß schon die erste Rabenkrähe daneben!

Termin: Samstag, 24. August 2019, 14 bis etwa 19 Uhr

Treffpunkt: vor dem Parkplatz der Gartenzentrale Appel, Brandschneise 2 in 64295 Darmstadt

Kosten: 40 Euro pro Person, Mindestteilnehmerzahl 20 Personen

Informationen und Anmeldungen bitte über Mail: Seidemann (at) jagdschule-frankfurt.de

Krähen Lockbild
Krähen Lockbild

Extra Termin – Fangjagdlehrgang am Samstag, 17. August 2019, nach § 19 Abs. 2 des Hessischen Jagdgesetzes

Grundlagen des Fallenstellens

Kofferfalle
Kofferfalle mit Fallenüberwachungssystem

Lehrgang: Fangjagdlehrgang nach § 19 Abs. 2 des Hessischen Jagdgesetzes, gem. Ausbildungsrahmenplan § 40, Abs. 2 der Hessische Jagdverordnung

Wann: Samstag, 17. August 2019   –> Zur Anmeldung
Wo: Schulungsraum und Gelände des Jagdklub Darmstadt
Rheinstrasse 162
64295 Darmstadt

Dauer: 09:00 bis 18:00 Uhr (4 Stunden Theorie und 4 Stunden Praxis)

Kosten: 60,- Euro pro Teilnehmer

Veranstalter: Jagdklub Darmstadt, Verein für Jäger und Sportschützen e.V., Mitglied im Landesjagdverband Hessen e.V., Abteilung Jagd- und Naturschutz Schule Darmstadt

Lehrgangsleitung: Wolfgang Rillich

Referenten:
Axel Seidemann, Jagdschule Frankfurt Wildtiermanagement
Andreas Thierfelder und Stefan Bechtel, Ausbildungsleiter der Jagd- und Naturschutz Schule Darmstadt

Seminarinhalt:
Wer in Hessen Fallen stellen will, in denen sich Wildtiere fangen können und sollen, muss dafür sachkundig sein. Mit diesem eintägigen Sachkundelehrgang erwerben Sie die grundlegenden Kenntnisse über die rechtlichen Rahmenbedingungen in Hessen, sehen und stellen die gängigsten modernen Fallentypen und erfahren wann, wie und wohin man eine Falle erfolgversprechend platziert.

Der Tag gliedert sich in die Vorstellung moderner lebend und unversehrt fangender Fallen nach § 38 der Hessische Jagdverordnung, wie der Beton-Wipprohrfalle, transportabler Kofferfallen oder leichter Kastenfallen. Darüber hinaus behandeln wir auch die Totfang-Eisen wie Schwanenhals und Ei-Abzugseisen gem. § 37 der Hessischen Jagdverordnung. Außerdem Drahtkastenfallen, Jungfuchsfallen und damit man weiß wovon man spricht auch nicht mehr zulässige Fallen wie die Conibearfalle, das Tritteisen und die in Hessen seit kurzem verbotene Wieselwippbrettfalle. Moderner Technik und Möglichkeiten folgend besprechen wir auch elektronische Fallenüberwachungssysteme im Vergleich und ebenso auch die traditionellen mechanischen Fang-Fernmelder.

Die Hessische Jagdverordnung wird erläutert, dazu weitere relevante Verordnungen und Gesetze, die den Fallensteller betreffen, auch und gerade im Befriedeten Bezirk. Denn dort darf jeder Sachkundige selbst als Jagdrechtsinhaber – oder in dessen Auftrag handelnd – Wildkaninchen und Beutegreifer fangen.

Nach der Mittagspause mit eigener Verpflegung aus dem Rucksack geht es an die einzelnen Fallen, jeder darf die verschiedenen Fallentypen mal stellen oder auslösen. Wir simulieren dabei den kompletten Prozess vom Aufstellen bis zum Abfangen, sowie die Wahl der Köder, das Anbringen, Erneuern und das Wechseln der Köder.

Von den geschichtlichen Anfängen der Fangjagd bis zum heutigen AIHTS Abkommen spannt sich inhaltlich der Bogen. Natürlich immer unterfüttert mit Bildern, Geschichten, wissenschaftlichen Untersuchungen und den meisten Fanggeräten in echt zum Anschauen, Anfassen und Ausprobieren vor Ort.

Dazu stellen wir auch Beispiele von erfolgreichen Artenschutzprojekten vor, die Fallen stellen und Reviere, die durch intensiv praktizierte Fangjagd so viel Niederwild haben, dass sie es auch unverändert bejagen können und dürfen.

Anmeldung:

Alle Interessierten melden sich bitte hier an:
Anmeldeformular zur Voranmeldung

Die Seminargebühr bezahlen Sie bitte in bar vor Ort. Sie bekommen dann am Ende des Lehrgangs eine Urkunde über die Teilnahme.

Immer mehr Nilgans-Probleme in Rhein-Main

Nilgänse am Offenbacher Mainufer: Hilft doch nur abschießen? – fragt die Offenbach Post

Nilgänse am Mainufer in Offenbach

Der SPD-Ortsverein Innenstadt hat sich am Main ein Bild von der Nilgans-Plage gemacht. Axel Seidemann plädiert fürs Abschießen. Ist das die einzige Lösung?

Artikel in der Offenbach Post vom 11. Juli 2019

Naturschutz durch Jäger läuft unter Wordpress 5.2.2
Anpassung und Design: Gabis Wordpress-Templates