{"id":217,"date":"2010-05-04T13:21:55","date_gmt":"2010-05-04T11:21:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.natur-jagd.de\/?p=217"},"modified":"2018-11-29T01:52:48","modified_gmt":"2018-11-28T23:52:48","slug":"biotopflachen-planen-und-anlegen-einstieg-zur-erfolgreichen-niederwildhege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.natur-jagd.de\/?p=217","title":{"rendered":"Biotopfl\u00e4chen planen und anlegen &#8211; Einstieg zur erfolgreichen Niederwildhege"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Tagpfauenauge.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-218\" title=\"Tagpfauenauge auf Klee\" src=\"https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Tagpfauenauge.jpg\" alt=\"\" width=\"720\" height=\"415\" srcset=\"https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Tagpfauenauge.jpg 900w, https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Tagpfauenauge-300x173.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>\u00dcber die theoretischen \u00dcberlegungen vorher und das praktische Umsetzen von Lebensraum-Fl\u00e4chen f\u00fcr Rebhuhn, Fasan und Hase<\/strong><\/p>\n<p>Zum Thema Niederwildhege, R\u00fcckgang der Bodenbr\u00fcter und Pr\u00e4datorendruck ist schon viel geschrieben worden. Unstrittig ist, dass ein geeigneter Lebensraum unabh\u00e4ngig von Wetter und Fressfeinden beim \u00dcberleben und Aufziehen des Nachwuchses hilfreich bis notwendig ist. In fast allen Bereichen im Offenland herrscht die Landwirtschaft unter dem Diktat des Marktes. Immer gr\u00f6\u00dfere Traktoren m\u00fcssen immer mehr Fl\u00e4che immer schneller beackern, damit am Ende \u00fcberhaupt noch etwas an Wirtschaftlichkeit \u00fcbrig bleibt. Daran kann der einzelne J\u00e4ger oder Natursch\u00fctzer nichts \u00e4ndern. Am Wetter, an den Spazierg\u00e4ngern und er Tollwut-Immunisierung auch nicht.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von der Diskussion um die Bejagung der F\u00fcchse, Kr\u00e4hen oder Greifv\u00f6gel kann jeder vor Ort etwas tun, um die Landschaft ein bischen bunter und vielf\u00e4ltiger zu gestalten. Mit der Anlage von Biotopfl\u00e4chen kann jeder J\u00e4ger in seinem Revier einen Beitrag leisten, um ein wenig gegen zu steuern, gegen immer mehr Leistung aus jedem Quadratmeter Boden.<\/p>\n<p>In der modernen Landwirtschaft bleibt kein Acker l\u00e4nger als ein paar Wochen ohne Bearbeitung. Sofort nach der Ernte wird der Boden gegrubbert, damit die ausgefallenen K\u00f6rner keimen und die Folgekultur dann nicht damit durchzogen ist. Kaum ist ein gr\u00fcner Flaum auf dem Acker zu sehen wird dann der Boden erneut bearbeitet und oft gleich wieder mit der folgenden Frucht wie Winterweizen oder Raps, der auch \u00fcber den Winter steht einges\u00e4t.<\/p>\n<p>Im zeitigen Fr\u00fchjahr kommt gleich D\u00fcnger auf die Fl\u00e4che, es wird gegen konkurrierende Wildkr\u00e4uter gespritzt, gegen Insekten, die Fra\u00dfsch\u00e4den verursachen k\u00f6nnen oder gegen Pilzkrankheiten, die die Frucht sch\u00e4digen k\u00f6nnen. Im Sommer ist es staubtrocken im Feld und wenn die M\u00e4hdrescher rollen ist binnen Wochenfrist alles kahl.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/StreifenImGetreide.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-220\" title=\"Gr\u00fcner Streifen mitten im Getreide\" src=\"https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/StreifenImGetreide-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/StreifenImGetreide-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/StreifenImGetreide.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf einer Biotopfl\u00e4che f\u00fcrs Niederwild sollte es da m\u00f6glichst antizyklisch zugehen. Vielf\u00e4ltiger Pflanzenbewuchs, bl\u00fchende Kr\u00e4uter, reichhaltiges Insektenleben und lange Zeit keine Bearbeitung. Von einem schmalen, langen und gr\u00fcnen Streifen in der Agrarsteppe bis zur mehrere Hektar gro\u00dfen Biotopfl\u00e4che am St\u00fcck gilt es das m\u00f6glichst passende herauszufiltern. \u00c4sung und Deckung m\u00f6glichst auch im Februar und M\u00e4rz mu\u00df eines der Ziele sein.<\/p>\n<p>Zwischen den Getreidefeldern bieten sich Streifen mit Klee an. Entweder Rotklee in Reinsaat oder ein Gemenge mit haupts\u00e4chlich Klee und einigen anderen Arten. 2,50 Meter breit ist eine g\u00e4ngige Arbeitsbreite hinter dem Traktor. Um Arbeit zu sparen legt man Streifen nur in Vielfachen dieser Breite an. Zum Beispiel an Weger\u00e4ndern, wo meist nur Quecken wachsen oder an R\u00e4ndern von \u00c4ckern, so der Landwirt dem J\u00e4ger und dem Wild dort ein St\u00fcck abtritt.<\/p>\n<p>Die Streifen ziehen sich idealerweise wie Lebensadern durchs Feldrevier. Wenn dann im Juni die Trockenheit anbricht werden diese Kleestreifen gem\u00e4ht und treiben neu aus. Am Besten liegt der M\u00e4hzeitpunkt dann, wenn am Getreidehalm die Verholzung einsetzt, dann ist der frische und eiwei\u00dfreiche Klee wieder da, wenn sonst nichts mehr gr\u00fcn ist.<\/p>\n<p>Wo breitere Streifen m\u00f6glich sind werden diese 12,5 bis 20 Meter breit gemacht. Am Anfang und am Ende zum Feldweg hin bleibt aber die Hauptfrucht stehen, damit die Spazierg\u00e4nger und ihre Hunde nicht so einfach auf diese Fl\u00e4chen kommen k\u00f6nnen. Was auf den Acker kommt bestimmt auch der Landwirt mit. Raps leidet neben anderem unter der Kohlhernie, einem Pilz. Deshalb kann ein Landwirt, der auch Raps in seiner Fruchtfolge hat keine Kreuzbl\u00fctler wie Raps, Kohl oder Senf auf seinen Fl\u00e4chen gebrauchen. Er w\u00fcrde die Pflanzenkrankheiten f\u00f6rdern. Und dementsprechend Mischungen ablehnen, die solche Pflanzen enthalten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/KardeHummel.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-221\" title=\"Hummel sucht Futter auf Wilder Karde\" src=\"https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/KardeHummel-300x194.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"194\" srcset=\"https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/KardeHummel-300x194.jpg 300w, https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/KardeHummel.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch sollen keine Ackerkratzdisteln aussamen, da deren Samen sehr weit fliegen und die Pflanzen schlecht wieder aus dem Acker heraus zu bekommen sind. Auch Melde ist ein Unkraut, dass die Landwirte im Gegensatz zu den Feldhasen gar nicht gerne sehen, weil es nicht mit jedem Herbizid zu behandeln geht. Es hei\u00dft K\u00fche k\u00f6nnen davon D\u00fcnnpfiff bekommen. Daher auch der Name Schi\u00dfmelde.<\/p>\n<p>Wenn herk\u00f6mmliche Kulturarten auch auf Wild\u00e4ckern angebaut werden, mu\u00df wie auf den anderen Feldern auch immer wieder der Boden bearbeitet werden. Das bringt Unruhe in die Fl\u00e4chen, kostet Geld und Zeit. Eine lohnende Investition sind da die mehrj\u00e4hrigen Mischungen mit Wildkr\u00e4utern. Einj\u00e4hrige Kulturarten wachsen schnell und verdr\u00e4ngen die aufkommenden und in der Landwirtschaft unerw\u00fcnschten Beikr\u00e4uter. Die dicken St\u00e4ngel bieten halt auch f\u00fcr die sp\u00e4ter abfrierenden Halme der kleineren Pflanzen. Dort bilden sich dann kleine Horste die dem Niederwild als Unterschlupf dienen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die zweij\u00e4hrigen Arten wachsen im ersten Jahr nur klein und unscheinbar, haben aber genug Kraft gesammelt, um dann im zweiten Jahr als hoch wachsende und Struktur gebende St\u00e4ngel zu fungieren.<\/p>\n<p>Die Saatst\u00e4rke ist im Vergleich zum Getreidebau sehr gering. Nicht der gro\u00dfe Ertrag steht im Vordergrund, sondern Lebensraum zu schaffen. Bei den Wildkr\u00e4utern sind gro\u00dfe und kleine, fr\u00fch und sp\u00e4t bl\u00fchende Pflanzen dabei. In der passenden Mischung bieten diese unterschiedlichen Arten lange ein vielf\u00e4ltiges Nahrungsangebot. Es freut das menschliche Auge und die Nase, diese Abwechslung im Ansonsten eher gleichartigen Feld zu erleben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Frosch.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-223\" title=\"Frosch\" src=\"https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Frosch-300x222.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"222\" srcset=\"https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Frosch-300x222.jpg 300w, https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Frosch.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch ganze \u00c4cker lassen sich in Biotopfl\u00e4chen umwandeln. In vielen Bundesl\u00e4ndern gibt es Agrarumweltprogramme die Ausgleichszahlungen f\u00fcr verloren gegangene Gewinne \u00fcbernehmen. Neben Wildkr\u00e4utermischungen auf gro\u00dfer Fl\u00e4che kann ein Acker eventuell auch unterteilt werden und es k\u00f6nnen halbe Hektar gro\u00dfe Parzellen aus unterschiedlichen Mischungen entstehen.<\/p>\n<p>Lebensraum I ist eine Mischung, die sich in fast allen Niederwildprojekten bew\u00e4hrt hat. Erstmal relativ teuer, amortisiert sich das bald, da normalerweise ab der Saat keine weitere Pflege erforderlich ist. Eventuell wird alle zwei Jahre ein Mal gemulcht. Gut f\u00fcnf Jahre h\u00e4lt die Mischung, dann setzen sich die konkurrenzst\u00e4rkeren Arten durch und die Vielfalt nimmt ab.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Heupferd.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-224\" title=\"Heupferd\" src=\"https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Heupferd-185x300.jpg\" alt=\"\" width=\"185\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Heupferd-185x300.jpg 185w, https:\/\/www.natur-jagd.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Heupferd.jpg 555w\" sizes=\"(max-width: 185px) 100vw, 185px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich kann man immer noch Inseln mit Sonnenblumen und Mais anlegen. Futtermalve und Rispenhirse ausbringen. Durch die hohe Kulisse und den interessanten Unterbau wird eine Fl\u00e4che optisch geteilt. Man wird aber im folgenden Fr\u00fchjahr dieses St\u00fcck erneut bearbeiten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Im Idealfall ergibt sich aus vielen kleinen und gro\u00dfen Biotopfl\u00e4chen ein Netz \u00fcber das gesamte Revier. Am sichersten lebt der Fasan, wenn er auf der Flucht schneller in der Deckung ist, als der Habicht beim Fasan.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber die theoretischen \u00dcberlegungen vorher und das praktische Umsetzen von Lebensraum-Fl\u00e4chen f\u00fcr Rebhuhn, Fasan und Hase Zum Thema Niederwildhege, R\u00fcckgang der Bodenbr\u00fcter und Pr\u00e4datorendruck ist schon viel geschrieben worden. Unstrittig ist, dass ein geeigneter Lebensraum unabh\u00e4ngig von Wetter und Fressfeinden beim \u00dcberleben und Aufziehen des Nachwuchses hilfreich bis notwendig ist. 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