Naturschutz durch Jäger

über Biotopflächen für Niederwild

Tag: Jagd

Tiere immer furchtloser – Wölfe bestehlen Jäger in Hoyerswerda

Eigentlich sollten Wölfe scheu sein und Menschen meiden. Diese beiden im Video haben davon noch nichts gehört.

 

 

Wolf

Zwei Wölfe kamen zwei Jägern in Sachsen sehr nah

 

http://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/Woelfe-bestehlen-Jaeger-in-Hoyerswerda-article20060586.html

 

n-tv Berichts vom 30. September 2017

 

Vogelkundler im Interview mit der FNP

„Es ist das gute Recht der Stadt Frankfurt, die Nilgänse abzuschießen“

 

Nilgans im Brentanobad

 

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Es-ist-das-gute-Recht-der-Stadt-Frankfurt-die-Nilgaense-abzuschiessen;art675,2787822

 

Interview mit dem Ornithologen Dr. Hans-Günther Bauer in der Frankfurter Neuen Presse vom 5. Oktober 2017

 

Die Jagd auf Nilgänse in Frankfurt hat begonnen

Die Frankfurter Rundschau betrachtet verschiedene Argumente:

Ein Paar Nilgänse

 

 

http://www.fr.de/frankfurt/nilgaense-in-frankfurt-schuesse-im-schwimmbad-a-1358967

 

Beitrag der FR vom 27. September 2017

 

Nilgänse in Frankfurt – Kot auf Liegewiese enthält Salmonellen

Naturschützer und die Stadt Frankfurt diskutieren heftig über die Nilgänseplage in umliegenden Freibädern und Parks.

 

Nilsgänse schwimmen im Freibad

 

 

http://rtlnext.rtl.de/cms/gefaehrlicher-vogelkot-frankfurt-gibt-nilgaense-zur-jagd-frei-naturschuetzer-wehren-sich-4123503.html

 

RTL Fernsehbeitrag vom 17. August 2017

BILD über das tierische Problem des Kots im Freibad

Löst der Nilgansjäger das Problem? – fragt die BILD-Zeitung im August 2017

BILD-Video

 

 

http://www.bild.de/video/clip/gans/nilgans-jaeger-vom-brentanobad-52991764.bild.html

 

 

Frankfurt gibt Nilgänse zum Abschuss frei

 

Berichterstattung in der Hessenschau

Junge Nilgänse

 

 

 

http://www.hessenschau.de/panorama/frankfurt-gibt-nilgaense-zum-abschuss-frei,nilgaense-100.html

 

Seite vom 16. August 2017

 

Frankfurter Nilgänsen droht der Abschuss

Beginn der Berichterstattung über die Bejagung zur Vergrämung der Nilgänse im Brentanobad in Frankfurt:

Nilgans

 

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Frankfurter-Nilgaensen-droht-der-Abschuss;art675,2737405

 

Frankfurter Neue Presse vom 14. August 2017

 

 

Audio Slideshow

Als Bestandteil des iPad Angebots der Frankfurter Rundschau hat Stephan Morgenstern diese Audio Slideshow produziert:

Frettieren in der Stadt

Kleine Pfoten schieben sich durch den frischen Schnee, immer der Nase nach. Schwarze Knopfaugen sehen kurz nach und verschwinden wieder unter Tage. Es ist Baujagd. Allerdings viel weniger ruhig als sonst.

Mitten in Frankfurt am Main, zwischen Spaziergängern im Park und dem fließenden Verkehr liegen in den Grünanlagen verteilt die Baue von zahlreichen Kaninchen. Außer einigen Hunden haben sie kaum Feinde im Park. Das kurzgemähte Gras lässt jeden Fuchs ohne Deckung, die scheuen Habichte sind nur selten in der Stadt. Auch die Passanten nehmen kaum Notiz.

Nur ein leises Grummeln ist zu hören, aus dem Innern der Röhre schießt das Kaninchen wie der Blitz heraus. Flucht hatte immer geholfen vor dem Iltis. Diesmal versperrt aber eine metallene Reuse den Weg. In jedem Ausgang steckt so ein verschweißtes Gebilde. Es gibt nur noch die eine Richtung. Aus der Klappe in den Jutesack und später in die Transportkiste.

Über 20 Kaninchen werden so in der Regel an einem Tag einfangen. Die Frettchen arbeiten in meistens alleine und immer abwechselnd. Zuerst sucht der Hund die Umgebung ab und stöbert die außen liegenden Kaninchen auf und in die Baue. Dann werden alle Röhren akribisch mit Reusen verschlossen. Bleibt eine Röhre offen, so ist das meist die, durch die dann gleich mehrere Kaninchen entkommen.

Oft gibt es eine Art Notausgang am Bau. Im oberen Baubereich gelegen ist irgendwo, meist etwas abseits, ein unscheinbares kleines Loch. Keine gekratzte Erde, manchmal Verdeckt durch Laub oder Gras. Hier springen dann die Kaninchen senkrecht in die Freiheit und sind schneller weg, als man realisiert hat, dass man ein Loch übersehen hatte.

Alle Vorbereitungen am Bau müssen zügig und leise sein. Je weniger die Kaninchen mitbekommen desto besser. Wenn alle Reusen stehen kommt ein Frettchen aus der Kiste. Nach einer Runde knuddeln wird es einfach vor der Röhre auf den Boden gesetzt und läuft zierstrebig unter die Erde. Das Einschliefen folgt der Neugier und ganz selbständig.

Je nach Bau kommt das erste Kaninchen nach wenigen Sekunden, manchmal dauert es aber auch viele lange Minuten, bis sich etwas tut. Solange darf man nicht rumlaufen, am Besten gar keine Bewegung machen. Einfach nur still stehen, nicht in die Röhren hineinstarren und warten. Allerdings mit gespannten Nerven. Es gibt wenig Vergleichbares, was die freudige Anspannung steigen lässt als wenn ein Frettchen einschlieft und die Erwartung der sicheren Beute kommt.

Rennt dann ein Kaninchen in eine Reuse muß es blitzschnell gehen. Sofort hin und die Hand hinter die Öffnung halten. Das Kaninchen kann auch wieder aus der Reuse entkommen. Außerdem flüchtet das Kaninchen ja vor dem Frettchen, was bedeutet kurz darauf erscheint das Frettchen in derselben Röhre. Da muß man schauen, dass die nicht zusammen kommen und nicht gleichzeitig in der Reuse sitzen.

Sobald das gefangene Kaninchen im dunklen Sack hockt wird es sofort ruhig. Kaninchen sind Kurzstrecken-Flüchter und haben nur ein kleines Herz. Lange anhaltenden Streß würden sie nicht überstehen. Sobald der Bau leer ist, dann das Frettchen wieder sicher verstaut ist, wird der Sack am Auto in eine luftige Holzkiste umgeladen. Hier haben die Kaninchen Platz und Luftzufuhr und sitzen trotzdem ruhig im Dunkeln.

Abends im gefliesten Raum bei Licht und fließendem Wasser werden die dann in aller Ruhe geschlachtet, gekühlt und eingefroren. Da nicht geschossen wird, sind diese Kaninchen „bleifrei“ und können ohne Bedenken an zum Beispiel Greifvögel verfüttert werden. Splitter von bleihaltigen Geschossen würden von den Magensäften der Greifvögel mit verdaut werden und eine Bleivergiftung verursachen.

Die Frettchen werden immer zu mindestens Zweien gehalten. Sie putzen sich und schlafen aneinander gekuschelt in ihrer Schlafbox oder einer Hängematte. So viel Zeit könnte kein Mensch mit seinem Frettchen nicht verbringen. Die Frettchen fressen Katzenfutter aus der Dose, Kaninchenfleich, Taubenreste, wenn nach der Jagd die Brüste ausgelöst wurden oder auch Eintagsküken aus der Brüterei. Auf der Jagd liegt immer eine Dose Futter offen bei den Frettchen. Während eines Tages fressen drei Frettchen eine kleine Dose schon mal leer.

Weil aber dadurch nicht der Hunger die primäre Triebfeder ist müssen sich die Frettchen nicht unbedingt ein Kaninchen fangen, um satt zu werden. Das bedeutet sie fressen dann auch nicht unter Tage und schlafen stundenlang. Die satten Frettchen schlafen in der Transportbox, jagen abwechselnd und ausgeruht und kommen nach wenigen Minuten wieder ans Tageslicht. Mit drei fitten Frettchen kann man daher auch von 10 bis 17 Uhr durchjagen. Es ist ja meist nur eins zur selben Zeit aktiv. Während dann die Reusen an den nächsten Bau gebracht werden haben die wieder Pause.

Man merkt auch schnell, ob ein Frettchen noch will. Wenn der Deckel zur abgedunkelten Box aufgeht und ein Frett nicht von selbst herauswill, dann lässt man es lieber in Ruhe. Sonst riskiert man zu Warten, bis der Schönheitsschlaf beendet ist.

Frettchen stammen von Iltis ab. Dass sie zu den Stinkmardern zählen riecht man sofort. Ein Haltung ganzjährig in einem geräumigen Käfig im Freien ist besser als im kalten Winter von der beheizten Wohnzimmer luft raus ins eisige Klima zu müssen. Die domestizierten Frettchen haben einen dicken Pelz, der sie auch bei Minusgraden gut wärmt. Nur eine trockene und zugfreie Schlafmöglichkeit müssen sie haben. Am liebsten kriechen sie in kleine Kästen oder andere Höhlen. Zwischendurch turnen sie gerne herum und können auch senkrecht am Draht hoch laufen. So bleiben sie auch unterm Jahr fit für die herbstlichen und winterlichen Einsätze in den Bauen im Revier.

Revier-Kalender April – Welche Maßnahmen eignen sich wann im Jahresverlauf im Niederwildrevier

Wenn am 1. April das Jagdjahr beginnt ist jagdlich gesehen erstmal Ruhe im Revier. Die Brut- und Setzzeit lässt nur wenig zum Jagen gehen offen. Dafür wartet auf den aktiven Jäger jede Menge Arbeit.

Der Frühling ist da, nun sollte jede Leiter, jede Kanzel und jede sonstige Ansitzmöglichkeit auf Schäden untersucht werden. Wo möglich gleich reparieren, sonst ärgert man sich später im Jahr vielleicht darüber. Bei den gezielten Revierfahrten oder –gängen wird man die eine oder andere Ecke finden, die sich im Laufe des Jahres verändert hat. Ein Holzlagerplatz ist leer geräumt worden. Eine Wiese nicht gepflegt worden. Dort vielleicht eine kleiner, dreieckiger Acker brach liegen gelassen.

Jeder Fund ist ein Grund mit den Landwirten im Revier ins Gespräch zu kommen. Warum kam es dazu, wie sind die Planungen für die Flächen, wie laufen die Geschäfte? Vielleicht ist es möglich die eine oder andere Ecke fürs Wild anzulegen. Ende April bis Mitte Mai sind die Nachtfröste meist kein Thema mehr. Jetzt kann man die meisten Saatgut-Mischungen aussäen. Wo im Revier die Wärme liebenden Pflanzen wie Zuckerrüben oder Mais gesät werden, ist das ein guter Indikator. Die Landwirte säen gerne so früh als möglich. Wenn diese vor Ort gesät haben, kann der Jäger das auch tun. Eventuell übernimmt der eine oder andere Landwirt sogar das Säen mit der Maschine, wenn es sich um größere Flächen handelt.

Zur Verbesserung des Lebensraums gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine althergebrachte ist der klassische Wildacker. Dort werden auf angepachteten Flächen verschiedene Pflanzen angebaut. Je nach Ziel-Wildart gelten dabei zum Teil ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Wo Rehwild im Vordergrund steht, eignen sich Kräutermischungen mit Rotklee, um beispielsweise in der Nähe des Waldrands eine attraktive Fläche zu schaffen. Dort können dann Kitze zur Welt kommen, Böcke in Anblick kommen und der Jäger selbst entscheidet, wann dort gemäht wird. Bei der Einsaat bis Mitte Mai bietet die Fläche schon ab Juni interessante Äsungsmöglichkeiten und sobald die Kräuter und Kleearten wachsen, gute Deckungsmöglichkeiten.

Wer bei seinem örtlichen Landwirt nach einer Fläche für einen Wildacker nachfragt stößt allerdings häufig auf Ablehnung. Alleine schon der Name Wild-Acker klingt in den Ohren vieler Landwirt nach verwilderter Acker – das gab es schon zu häufig. Schöner klingt da das Wort Biotopfläche. Angelegt mit Kulturarten und Wildkräutern.

Statt einseitig eine Fläche nur für Rehe anzulegen, bietet sich die Möglichkeit durch die Zusammensetzung der Mischungen auch gezielt Hasen oder anderes Niederwild zu fördern. Nur Sauen und Kitze oder Bodenbrüter in derselben Fläche vertragen sich schlecht. Von den angelegten Flächen profitieren von der Blattlaus über den Marienkäfer zu Schmetterlingen und Spinnen zahlreiche Insektenarten. Der Vorteil liegt unter anderem darin, dass diese nicht mehrfach im Jahr beackert werden. Durch den Aspekt Naturschutz auf diesen Flächen kann der Jäger auch seinen Anspruch als einzig geprüfter Naturschützer unterstreichen.

Für das Federwild bieten sich Mischungen mit einem hohen Blütenanteil an. Lebensraum I hat sich in vielen Niederwildrevieren bewährt. Schon kurz nach dem Auflaufen werden die ersten Junghasen dort hinein gesetzt und können sich verstecken. In kürzester Zeit beginnen die ersten Pflanzen zu blühen und es folgt eine Art der anderen bis Ende Oktober. Auch die Samenreife erfolgt kontinuierlich, so dass immer was abfällt, für alle Arten in der Nahrungskette. Bis zum Herbst haben sowohl die Zugvogel wie auch die Überwinterer immer einen reichlich gedeckten Tisch. Zusätzlich bieten die sich bildenden harten Stängel einen guten Schutz gegen anfliegende Räuber. Die Fasane können hierin gut abtauchen.

Im folgenden Frühjahr lösen sich die Ketten der noch vorhandenen Rebhühner sofort nach der Schneeschmelze auf, verpaaren sich und suchen nach geeigneten Revieren. Auf den Feldern ist es um diese Zeit noch völlig kahl. Jetzt zeigt sich wie wertvoll jede noch so kleine Fläche sein kann. Und je mehr kleine und große Flächen im Revier zusammen kommen, desto mehr Chancen hat der Nachwuchs.

Will man einen Acker pachten, muß man bedenken, dass die Landwirte einen erheblichen Teil ihrer Einnahmen durch die Zuschüsse der EU-Agrarpolitik bekommen. Dafür müssen alle Landbewirtschafter jedes Jahr den so genannten „Gemeinsamen Antrag“ abgeben. Beim Landwirtschaftamt aus Kreisebene werden für forstlich und landwirtschaftlich genutzte Grundstücke gemeinsam Anträge gestellt. Pro Hektar bewirtschafteter Fläche gibt es je nach Art zum Teil mehrere Hundert Euro dazu. Der Landwirt hat im Gegenzug aber auch jede Menge Auflagen zu erfüllen.

Die so genannten „Cross Compliance“-Richtlinien stellen in allen Bereichen Regeln auf. Von der Art der Kennzeichnung der Nutztiere, der Art der Aufbewahrung der Spritzmittel bis zur Beschaffenheit des Gülleschlauches. Jeder Landnutzer, der Prämien bekommen will, muß sich für ein Jahr festlegen, was auf der jeweiligen Fläche wachsen soll. Diese Anträge werden meist schon im März abgegeben, 15. Mai ist der Stichtag zur Abgabe. Aber eventuell kann man eine Fläche ja schon für die Zukunft als Biotop sichern.

April ist auch die Zeit sich um die Jungfuchsfallen zu kümmern. Funktionieren sie alle? Sind genug davon vorhanden? Wo sind die Heckbaue? Wer sich schon eine Übersicht in seinem Revier verschaffen konnte ist hier im Vorteil. Eine Karte, in der die Flächen eingezeichnet sind, hilft hier. Eventuell kann das Landwirtschaftsamt helfen, die haben Karten mit allen Äckern und Wiesen darauf. Auf den Luftbildern sieht man jeden Baum und jede Hecke.

Damit geht es dann los die Baue mit den Jungfüchsen suchen. Und wer fündig geworden ist, muß sofort damit beginnen, die Jungfuchsfallen einzubauen. Und die übrig gebliebenen kleineren Einfahrten zu verschließen. Zum Beispiel leisten hier Brennholzscheite gute Dienste. Die abgedunkelten Fallen müssen immer wieder kontrolliert werden, spätestens am folgenden Morgen. Je nach Fraßangebot kann es aber auch mal eine ganze Woche dauern, bis alle Welpen selbständig in die Falle laufen. Wer erst Baue sucht und dann wegfährt, um die Fallen zu holen, riskiert, dass die Fähe schon den ersten Welpen aus dem entdeckten Bau in Sicherheit gebracht hat. Für den einen Nachkommen wird weiterhin so viel Futter rangeschafft, wie zu erbeuten ist. Dem jungen Beutewild hilft hier nur die Reduktion seiner Fressfeinde. Also muß der aktive Niederwildjäger möglichst versuchen das gesamte Geheck zu fangen und möglichst jeden Heckbau zu finden.

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