Naturschutz durch Jäger

über Biotopflächen für Niederwild

Neue Geheimwaffe

Als Unterstützung bei der Jagd auf Kaninchen ist Mina dazu gekommen. Mina ist ein Kaninchenteckel, so klein, dass sie in den Bau einschliefen kann. Mit fünf Monaten hat sie schon erste Erfahrungen gesammelt und es scheint ihr zu gefallen. Wir sind gespannt auf die erste Saion. Ab Oktober geht es los.

Kaninchenteckel Mina

Kaninchenteckel Mina

Auf Jagd im Bankenviertel

sogar die Badischen Neuesten Nachrichten aus Karlsruhe haben sich für das Thema Kaninchenjagd in der Frankfurter Innenstadt interessiert:

Jagdszenen im Bankenviertel

Ein Bild gedruckt in der Offenbach Post am 25. Febraur 2012

Frettchen Hanni auf der Suche nach Kaninchen in der Grünanlage vor der Deutschen Bank. In der Taunusanlage leben im Frühjahr deutlich weniger Kaninchen als zuvor und die verbliebenen Tiere haben mehr zu fressen und verursachen weniger Schäden. Die städtischen Gärtner konnten auch kleinere Baue an Wegen verschliessen, die die Kaninchen aufgegeben haben. Hier besteht immer die Gefahr, dass ein Mensch umknickt und sich einen Bänderriß oder einen Knöchelbruch zuzieht.

Frettieren zwischen Banktürmen

Geschichte über mich selbst und warum bei mir die Jagd mit Frettchen auf Kaninchen so erfolgreich ist. Erschienen in Heft 1/2012 in der Pirsch.

nächste Doppelseite:

Kaninchenjagd gegen Wildschäden im Park

Mit dem Einsatz von Jagdhund und Frettchen werden Kaninchen in einem Park in Frankfurt am Main gejagt. Die Reduzierung der vielen hungrigen Mäuler der sehr großen Population vermeidet sehr hohe Schäden, die duch Verbiß an Pflanzen entstehen.

Frettchen in der Transportkiste

Die Frettchen warten auf ihren Einsatz

Fangen, Säen, Ernten – Revier-Reportage in der Pirsch

In der Jagdzeitschrift „Pirsch“ Ausgabe 18 und 19 im Jahr 2011 erschien diese zweiteilige Reportage über ein vorbildliches Niederwildrevier im rheinhessischen Osthofen. Revieroberjäger Christoph Hildebrandt bewirtschaftet mit sieben weiteren Jägern in seiner Freizeit ein gemeinschaftliches Revier mit zum Teil 160 Hasen pro 100 Hektar. Hier sind noch größere Jagden möglich. Der Besuch im Revier zeigt, wie Jungfuchsfallen, Biotophege und ewig lange Fallenpässe ineinander geifen.

Revierreportage Osthofen

Revierreportage Osthofen


Die Scans liegen hier

Audio Slideshow

Als Bestandteil des iPad Angebots der Frankfurter Rundschau hat Stephan Morgenstern diese Audio Slideshow produziert:

Kaninchenjagd im Park

Video-Reportage über Frettieren in der Stadt

So läuft ein Tag ab

Das fünf Minuten lange Video zeigt genau, worauf es ankommt, wie Frettieren funktioniert und was dabei passiert. Klicken, speichern und ansehen, wenn die rund 200MB große Datei vollständig geladen wurde.

Wessen Video-Player das Format nicht abspielen will, nimmt das kostenlose OpenSource-Programm VLC Player das man beim Computermagazin Chip herunterladen kann:

VLC-Player

Biotopflächen planen und anlegen – Einstieg zur erfolgreichen Niederwildhege

Über die theoretischen Überlegungen vorher und das praktische Umsetzen von Lebensraum-Flächen für Rebhuhn, Fasan und Hase

Zum Thema Niederwildhege, Rückgang der Bodenbrüter und Prädatorendruck ist schon viel geschrieben worden. Unstrittig ist, dass ein geeigneter Lebensraum unabhängig von Wetter und Fressfeinden beim Überleben und Aufziehen des Nachwuchses hilfreich bis notwendig ist. In fast allen Bereichen im Offenland herrscht die Landwirtschaft unter dem Diktat des Marktes. Immer größere Traktoren müssen immer mehr Fläche immer schneller beackern, damit am Ende überhaupt noch etwas an Wirtschaftlichkeit übrig bleibt. Daran kann der einzelne Jäger oder Naturschützer nichts ändern. Am Wetter, an den Spaziergängern und er Tollwut-Immunisierung auch nicht.

Unabhängig von der Diskussion um die Bejagung der Füchse, Krähen oder Greifvögel kann jeder vor Ort etwas tun, um die Landschaft ein bischen bunter und vielfältiger zu gestalten. Mit der Anlage von Biotopflächen kann jeder Jäger in seinem Revier einen Beitrag leisten, um ein wenig gegen zu steuern, gegen immer mehr Leistung aus jedem Quadratmeter Boden.

In der modernen Landwirtschaft bleibt kein Acker länger als ein paar Wochen ohne Bearbeitung. Sofort nach der Ernte wird der Boden gegrubbert, damit die ausgefallenen Körner keimen und die Folgekultur dann nicht damit durchzogen ist. Kaum ist ein grüner Flaum auf dem Acker zu sehen wird dann der Boden erneut bearbeitet und oft gleich wieder mit der folgenden Frucht wie Winterweizen oder Raps, der auch über den Winter steht eingesät.

Im zeitigen Frühjahr kommt gleich Dünger auf die Fläche, es wird gegen konkurrierende Wildkräuter gespritzt, gegen Insekten, die Fraßschäden verursachen können oder gegen Pilzkrankheiten, die die Frucht schädigen können. Im Sommer ist es staubtrocken im Feld und wenn die Mähdrescher rollen ist binnen Wochenfrist alles kahl.

Auf einer Biotopfläche fürs Niederwild sollte es da möglichst antizyklisch zugehen. Vielfältiger Pflanzenbewuchs, blühende Kräuter, reichhaltiges Insektenleben und lange Zeit keine Bearbeitung. Von einem schmalen, langen und grünen Streifen in der Agrarsteppe bis zur mehrere Hektar großen Biotopfläche am Stück gilt es das möglichst passende herauszufiltern. Äsung und Deckung möglichst auch im Februar und März muß eines der Ziele sein.

Zwischen den Getreidefeldern bieten sich Streifen mit Klee an. Entweder Rotklee in Reinsaat oder ein Gemenge mit hauptsächlich Klee und einigen anderen Arten. 2,50 Meter breit ist eine gängige Arbeitsbreite hinter dem Traktor. Um Arbeit zu sparen legt man Streifen nur in Vielfachen dieser Breite an. Zum Beispiel an Wegerändern, wo meist nur Quecken wachsen oder an Rändern von Äckern, so der Landwirt dem Jäger und dem Wild dort ein Stück abtritt.

Die Streifen ziehen sich idealerweise wie Lebensadern durchs Feldrevier. Wenn dann im Juni die Trockenheit anbricht werden diese Kleestreifen gemäht und treiben neu aus. Am Besten liegt der Mähzeitpunkt dann, wenn am Getreidehalm die Verholzung einsetzt, dann ist der frische und eiweißreiche Klee wieder da, wenn sonst nichts mehr grün ist.

Wo breitere Streifen möglich sind werden diese 12,5 bis 20 Meter breit gemacht. Am Anfang und am Ende zum Feldweg hin bleibt aber die Hauptfrucht stehen, damit die Spaziergänger und ihre Hunde nicht so einfach auf diese Flächen kommen können. Was auf den Acker kommt bestimmt auch der Landwirt mit. Raps leidet neben anderem unter der Kohlhernie, einem Pilz. Deshalb kann ein Landwirt, der auch Raps in seiner Fruchtfolge hat keine Kreuzblütler wie Raps, Kohl oder Senf auf seinen Flächen gebrauchen. Er würde die Pflanzenkrankheiten fördern. Und dementsprechend Mischungen ablehnen, die solche Pflanzen enthalten.

Auch sollen keine Ackerkratzdisteln aussamen, da deren Samen sehr weit fliegen und die Pflanzen schlecht wieder aus dem Acker heraus zu bekommen sind. Auch Melde ist ein Unkraut, dass die Landwirte im Gegensatz zu den Feldhasen gar nicht gerne sehen, weil es nicht mit jedem Herbizid zu behandeln geht. Es heißt Kühe können davon Dünnpfiff bekommen. Daher auch der Name Schißmelde.

Wenn herkömmliche Kulturarten auch auf Wildäckern angebaut werden, muß wie auf den anderen Feldern auch immer wieder der Boden bearbeitet werden. Das bringt Unruhe in die Flächen, kostet Geld und Zeit. Eine lohnende Investition sind da die mehrjährigen Mischungen mit Wildkräutern. Einjährige Kulturarten wachsen schnell und verdrängen die aufkommenden und in der Landwirtschaft unerwünschten Beikräuter. Die dicken Stängel bieten halt auch für die später abfrierenden Halme der kleineren Pflanzen. Dort bilden sich dann kleine Horste die dem Niederwild als Unterschlupf dienen können.

Die zweijährigen Arten wachsen im ersten Jahr nur klein und unscheinbar, haben aber genug Kraft gesammelt, um dann im zweiten Jahr als hoch wachsende und Struktur gebende Stängel zu fungieren.

Die Saatstärke ist im Vergleich zum Getreidebau sehr gering. Nicht der große Ertrag steht im Vordergrund, sondern Lebensraum zu schaffen. Bei den Wildkräutern sind große und kleine, früh und spät blühende Pflanzen dabei. In der passenden Mischung bieten diese unterschiedlichen Arten lange ein vielfältiges Nahrungsangebot. Es freut das menschliche Auge und die Nase, diese Abwechslung im Ansonsten eher gleichartigen Feld zu erleben.

Auch ganze Äcker lassen sich in Biotopflächen umwandeln. In vielen Bundesländern gibt es Agrarumweltprogramme die Ausgleichszahlungen für verloren gegangene Gewinne übernehmen. Neben Wildkräutermischungen auf großer Fläche kann ein Acker eventuell auch unterteilt werden und es können halbe Hektar große Parzellen aus unterschiedlichen Mischungen entstehen.

Lebensraum I ist eine Mischung, die sich in fast allen Niederwildprojekten bewährt hat. Erstmal relativ teuer, amortisiert sich das bald, da normalerweise ab der Saat keine weitere Pflege erforderlich ist. Eventuell wird alle zwei Jahre ein Mal gemulcht. Gut fünf Jahre hält die Mischung, dann setzen sich die konkurrenzstärkeren Arten durch und die Vielfalt nimmt ab.

Zusätzlich kann man immer noch Inseln mit Sonnenblumen und Mais anlegen. Futtermalve und Rispenhirse ausbringen. Durch die hohe Kulisse und den interessanten Unterbau wird eine Fläche optisch geteilt. Man wird aber im folgenden Frühjahr dieses Stück erneut bearbeiten müssen.

Im Idealfall ergibt sich aus vielen kleinen und großen Biotopflächen ein Netz über das gesamte Revier. Am sichersten lebt der Fasan, wenn er auf der Flucht schneller in der Deckung ist, als der Habicht beim Fasan.

Frettieren in der Stadt

Kleine Pfoten schieben sich durch den frischen Schnee, immer der Nase nach. Schwarze Knopfaugen sehen kurz nach und verschwinden wieder unter Tage. Es ist Baujagd. Allerdings viel weniger ruhig als sonst.

Mitten in Frankfurt am Main, zwischen Spaziergängern im Park und dem fließenden Verkehr liegen in den Grünanlagen verteilt die Baue von zahlreichen Kaninchen. Außer einigen Hunden haben sie kaum Feinde im Park. Das kurzgemähte Gras lässt jeden Fuchs ohne Deckung, die scheuen Habichte sind nur selten in der Stadt. Auch die Passanten nehmen kaum Notiz.

Nur ein leises Grummeln ist zu hören, aus dem Innern der Röhre schießt das Kaninchen wie der Blitz heraus. Flucht hatte immer geholfen vor dem Iltis. Diesmal versperrt aber eine metallene Reuse den Weg. In jedem Ausgang steckt so ein verschweißtes Gebilde. Es gibt nur noch die eine Richtung. Aus der Klappe in den Jutesack und später in die Transportkiste.

Über 20 Kaninchen werden so in der Regel an einem Tag einfangen. Die Frettchen arbeiten in meistens alleine und immer abwechselnd. Zuerst sucht der Hund die Umgebung ab und stöbert die außen liegenden Kaninchen auf und in die Baue. Dann werden alle Röhren akribisch mit Reusen verschlossen. Bleibt eine Röhre offen, so ist das meist die, durch die dann gleich mehrere Kaninchen entkommen.

Oft gibt es eine Art Notausgang am Bau. Im oberen Baubereich gelegen ist irgendwo, meist etwas abseits, ein unscheinbares kleines Loch. Keine gekratzte Erde, manchmal Verdeckt durch Laub oder Gras. Hier springen dann die Kaninchen senkrecht in die Freiheit und sind schneller weg, als man realisiert hat, dass man ein Loch übersehen hatte.

Alle Vorbereitungen am Bau müssen zügig und leise sein. Je weniger die Kaninchen mitbekommen desto besser. Wenn alle Reusen stehen kommt ein Frettchen aus der Kiste. Nach einer Runde knuddeln wird es einfach vor der Röhre auf den Boden gesetzt und läuft zierstrebig unter die Erde. Das Einschliefen folgt der Neugier und ganz selbständig.

Je nach Bau kommt das erste Kaninchen nach wenigen Sekunden, manchmal dauert es aber auch viele lange Minuten, bis sich etwas tut. Solange darf man nicht rumlaufen, am Besten gar keine Bewegung machen. Einfach nur still stehen, nicht in die Röhren hineinstarren und warten. Allerdings mit gespannten Nerven. Es gibt wenig Vergleichbares, was die freudige Anspannung steigen lässt als wenn ein Frettchen einschlieft und die Erwartung der sicheren Beute kommt.

Rennt dann ein Kaninchen in eine Reuse muß es blitzschnell gehen. Sofort hin und die Hand hinter die Öffnung halten. Das Kaninchen kann auch wieder aus der Reuse entkommen. Außerdem flüchtet das Kaninchen ja vor dem Frettchen, was bedeutet kurz darauf erscheint das Frettchen in derselben Röhre. Da muß man schauen, dass die nicht zusammen kommen und nicht gleichzeitig in der Reuse sitzen.

Sobald das gefangene Kaninchen im dunklen Sack hockt wird es sofort ruhig. Kaninchen sind Kurzstrecken-Flüchter und haben nur ein kleines Herz. Lange anhaltenden Streß würden sie nicht überstehen. Sobald der Bau leer ist, dann das Frettchen wieder sicher verstaut ist, wird der Sack am Auto in eine luftige Holzkiste umgeladen. Hier haben die Kaninchen Platz und Luftzufuhr und sitzen trotzdem ruhig im Dunkeln.

Abends im gefliesten Raum bei Licht und fließendem Wasser werden die dann in aller Ruhe geschlachtet, gekühlt und eingefroren. Da nicht geschossen wird, sind diese Kaninchen „bleifrei“ und können ohne Bedenken an zum Beispiel Greifvögel verfüttert werden. Splitter von bleihaltigen Geschossen würden von den Magensäften der Greifvögel mit verdaut werden und eine Bleivergiftung verursachen.

Die Frettchen werden immer zu mindestens Zweien gehalten. Sie putzen sich und schlafen aneinander gekuschelt in ihrer Schlafbox oder einer Hängematte. So viel Zeit könnte kein Mensch mit seinem Frettchen nicht verbringen. Die Frettchen fressen Katzenfutter aus der Dose, Kaninchenfleich, Taubenreste, wenn nach der Jagd die Brüste ausgelöst wurden oder auch Eintagsküken aus der Brüterei. Auf der Jagd liegt immer eine Dose Futter offen bei den Frettchen. Während eines Tages fressen drei Frettchen eine kleine Dose schon mal leer.

Weil aber dadurch nicht der Hunger die primäre Triebfeder ist müssen sich die Frettchen nicht unbedingt ein Kaninchen fangen, um satt zu werden. Das bedeutet sie fressen dann auch nicht unter Tage und schlafen stundenlang. Die satten Frettchen schlafen in der Transportbox, jagen abwechselnd und ausgeruht und kommen nach wenigen Minuten wieder ans Tageslicht. Mit drei fitten Frettchen kann man daher auch von 10 bis 17 Uhr durchjagen. Es ist ja meist nur eins zur selben Zeit aktiv. Während dann die Reusen an den nächsten Bau gebracht werden haben die wieder Pause.

Man merkt auch schnell, ob ein Frettchen noch will. Wenn der Deckel zur abgedunkelten Box aufgeht und ein Frett nicht von selbst herauswill, dann lässt man es lieber in Ruhe. Sonst riskiert man zu Warten, bis der Schönheitsschlaf beendet ist.

Frettchen stammen von Iltis ab. Dass sie zu den Stinkmardern zählen riecht man sofort. Ein Haltung ganzjährig in einem geräumigen Käfig im Freien ist besser als im kalten Winter von der beheizten Wohnzimmer luft raus ins eisige Klima zu müssen. Die domestizierten Frettchen haben einen dicken Pelz, der sie auch bei Minusgraden gut wärmt. Nur eine trockene und zugfreie Schlafmöglichkeit müssen sie haben. Am liebsten kriechen sie in kleine Kästen oder andere Höhlen. Zwischendurch turnen sie gerne herum und können auch senkrecht am Draht hoch laufen. So bleiben sie auch unterm Jahr fit für die herbstlichen und winterlichen Einsätze in den Bauen im Revier.

Naturschutz durch Jäger läuft unter Wordpress 4.7.5
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